Resilienz

Ich bin über diesen Begriff gestolpert … man versteht darunter die Fähigkeit(en) von Individuen oder Systemen (z.B. Familien), erfolgreich mit belastenden Situationen (z.B. Misserfolg), Unglücken, Notfällen, Risikosituationen usw. umzugehen.
Was sind Unterfaktoren davon …?
a) Die Fähigkeit, Problemsituationen zu erkennen und strukturieren …,
b) Die Handhabung zur Verfügung stehender eigener und fremder Ressourcen,  
c) Die Fähigkeit, anpassungsfähig und erfolgreich mit den o.a. Situationen umzugehen,
d) Das Können, sich erfolgreich von Belastungssituationen zu erholen.

Wie schaut es da bei Ihnen aus?

  1. Welche Strategien haben Sie /andere im Umgang mit solchen Situationen?
  2. Wie steht es um Ihre positive Selbsteinschätzung (insbesondere in stürmischen Zeiten)?
  3. Wie schätzen Sie die Rolle von Entspannung, Ernährung usw. im Hinblick darauf ein?
  4. Hat Ihr Glaubenssystem Platz für Annahmen wie: Ich bin wertvoll, geliebt, kompetent und kann Verantwortung tragen?
  5. Wie ist im Umgang mit Scheitern, Fehlern, Misserfolgen usw.?
  6. Können sie (manchmal) über sich lachen?

Wieder mal viel Freude mit diesen Fragen …
Ihr
Jürgen Weist

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Stärke und Frieden

Während eines Coachings zum Thema Aggression meinte mein Gegenüber: „Um wirklich friedvoll zu sein, braucht es das Gefühl von Stärke“. 

Klingt doch erst einmal widersprüchlich. Oder? Was meine ich jetzt damit? Ich würde gern den Satz einmal umdrehen, vielleicht wird es dann deutlicher. Schwäche erzeugt (manchmal) Unfrieden. Klingt auch nicht logisch? Wirklich? 

Dann überprüfen Sie die Aussagen einmal gegen Ihre persönliche Wirklichkeit. Wie war es denn ganz genau in den Momenten, in denen es in Ihnen bzw. in denen Sie unfriedlich waren? Haben Sie sich da mit sich in Kontakt gefühlt? Hatten Sie das Gefühl von ruhiger Kraft und Stärke? Oder könnte es sein, dass da doch irgendwie ein Konflikt, ein Gefühl von Geschwächtsein, dass es zu überwinden galt, eine Rolle gespielt hat? 

Also, noch einmal anders. Wenn Sie ruhig in sich ruhen, in Kontakt mit Ihren Kräften sind, sind Sie dann unfriedlich? Ich meine nicht die Fälle damit, wo jemand Sie „angreift“, sondern proaktiv von sich aus. 

Also überprüfen Sie mal anhand folgender Fragen meine Thesen: 

  1. Wann bin ich in Kontakt mit mir/ meinen Kräften? 

  2. Wann nicht? 

  3. Haben die Antworten zu 1./2. Auswirkungen auf mein (Konflikt) Verhalten? 

  4. Wie nehme ich diesen Zusammenhang ( Stärke-Frieden) bei anderen war? 

  5. Wie viel hat Gewalt möglicherweise mit Schwäche und Angst zu tun? 

  6. Was kann ich tun/ lassen, um mehr mit meiner Kraft in Kontakt zu kommen? 

Wieder mal viel Freude und neugieriges Experimentieren mit den Fragen und der Idee … 

Herzlichst 

Jürgen Weist 

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Beziehungs-Weise

Ich habe gerade ein Hörbuch von Martin Buber genossen, der ausgesprochen gut das tiefe Verhältnis zwischen „ich“ und „du“ beschreibt. Er ist ziemlich tiefsinnig, was dazu führt, dass ich mir Passagen mehrfach anhören darf und immer noch nicht begreife, was er manchmal mitteilt. 

Warum ich das sage? In der Welt begegnen mir so viel Menschen, die bereits nach Höherem streben, ohne dass sie das Fundamentale, das Grundlegende integriert haben. Da streben Menschen nach dem Frieden, ohne ihn mit der Gewalt in sich gemacht zu haben. Für Beziehungen bringt es das alte Liebes-Gestaltgebet von Fritz Perls immer noch auf den Punkt. 

Sie finden es unter: 
http://www.ppt.dtpnet.de/Texte/liebes-g.htm 

Viele Aha-Erlebnisse beim Lesen und noch mehr beim Umsetzen wünscht Ihnen mal wieder 

Ihr 

Jürgen Weist 

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Tiefgreifendes zum Thema Angst …

Wie sage ich manchmal zu meiner kleinen Tochter: „Mut ist nicht, wenn man keine Angst hat. Mut ist, wenn man es trotz Angst macht.“ Ich war die letzte Woche ziemlich viel unterwegs, deshalb meine momentanen Lieblingszitate als Verdichtetes zum Thema „Angst“:

1.  Die einen nennen es Angst, ich nenne es einen Impuls zum Handeln. (Morihei Uhesiba-Begründer des Aikido)

2. Angst ist fehlender Kontakt zur Existenz (Dalai Lama)

3. Angst ist ungerichtete Lust (Fritz Perls)

Lassen Sie sich die Essenz dieser Aussagen mal auf der geistigen Zunge zergehen … 

Herzlichst 

Jürgen Weist 
      

   

    

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Angst vorm Leben oder was?

Ich habe in den letzten Tagen mit einigen Menschen im Zusammenhang mit meinem Körperseminar „Spüre das Leben“ gesprochen …  Was für mich faszinierend war, dass eine überaus große Anzahl jetzt plötzlich keine Zeit, Geld oder sonst was mehr hatte … Angst fressen Seele auf. Warum ich das meine, ja, lassen Sie sich von den Gesprächen erzählen.

Die Gespräche verliefen nach folgendem Grundmuster: Ich würde ja gerne, aber leider geht es jetzt wegen X, Y oder Z nicht mehr. Als ich dann darauf mehr oder weniger nicht einging, sondern eher fragte: „Was war bzw. ist denn die E-Motion, die damals oder jetzt (und zwar gefühlt) einladend war/ ist?“ – ja, dann war da erst einmal Stille. Ich habe dann mit den Beteiligten über Dinge gesprochen wie: Leben findet im Körper statt,  wenn ich fühle, wie führe ich dann mein Leben, warum es Sinn und Kraft stiftet, wenn mein Geist im Körper ruht, das Leben ein Jetzt und nicht nächste Woche-Phänomen ist und vieles andere  mehr …

Schockiert war ich immer wieder an der Stelle, wo meine Gegenüber irgend bekannte, ich spüre mich kaum oder gar nicht so … Wahnsinn, oder? Vielleicht ist es ja nur die Eitelkeit eines Einäugigen in Sachen Sehen bezüglich der Blinden … und immer wieder stellte ich dann die Frage: Wenn du nicht in Deinem Körper lebst, wo dann? Wie gut fühlst du dich …?
Okay … möglicherweise sind ja nicht alle an einem Bewusstheitsgrad interessiert, der das Leben eben spürt – immer weiter, tiefer … aber selbst banale Auswirkungen wie eine tiefe innere Ruhe, zu spüren, was ist mir wichtig, was nicht und zu fühlen, was ich sage usw. sind so viel Wohlstand, dass es sich meiner Meinung nach lohnt … sich sich selbst Stück für Stück zu nähern …

Wege dahin gibt es jede Menge. Yoga, Tai Chi, Tanz – alle yin-orientierten, körperbezogenen Dinge. Je langsamer und bewusster vorgegangen wird – desto besser … und natürlich könnten Sie auch Ihr ganz normales Tun zu einer Meditation machen. Schließen Sie bewusst (fühlend) die Tür, wenn Sie essen, dann essen Sie, sagen Sie nur, was Sie wirklich spüren …
Profitipp: Denken sie mal, was Sie tun und tun Sie mal nicht, was Sie denken …

Ein paar Worte (aus Fernando Pessoa „Buch der Unruhe“ S. 366): (…) Und was fühlte man? Die Unmöglichkeit, etwas zu fühlen, das Herz gebrochen vom Verstand, verworren die Gefühle, betäubt die erwachte Existenz, geschärft das Gehör, doch das der Seele, um eine endgültige, nutzlose  Enthüllung zu begreifen, immerfort im Begriff sich zu zeigen, immerfort, wie die Wahrheit, Zwillingsschwester des sich nie Zeigenden (…)

Viel Spaß mit sich selbst wünscht Ihnen
Ihr
Jürgen Weist

P.s. Mehr zu unserem Körperseminar finden sie auf unserer Homepage www.conzendo.de unter Seminare … fühlen Sie mal vorbei …;-)))

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