Was es zu einem wirklich richtigen Problem braucht …

Nicht alle, aber ungefähr 70% unser Probleme sind Bewertungswiderstände. Was in der Literatur wie folgt benannt wird: Nicht die Dinge ansich sind problematisch, sondern unsere Bewertung macht sie dazu. Die restlichen 30% sind problematisch ansich. Wenn eine Lawine auf mich niedergeht und ich versuche mein Leben zu retten (weil ich das nicht so gut finde), dann ist es weniger eine Bewertungsproblematik als eine tatsächliche.

Aber zurück zur Bewertung: Für ein richtig gut fundiertes Problem braucht es eine Ist-Situation, in der wir eine Soll-Idee davon haben, wie es sein sollte. Dieser Ist-Soll-Vergleich schafft eine erlebte Diskrepanz bzw. Spannung. In manchen Situationen ist das sicher ganz hilfreich, aber wirklich immer? Wenn Ihr Leben ganz viel aus SOLL besteht, dass durchs IST so oder nur selten eingelöst wird, ja, dann wird ihr (Er)Leben spannungsgeladen. Diese Spannung kann zur Veränderung der Situation genutzt werden, geht dies nicht, so macht Sie diese Bewertungs-Spannungs-Schleife irgendwann krank oder sie hauen die Energie raus und kränken andere …

Die Kunst damit kultiviert umzugehen ist halt ein Mittelweg. Sie alle kennen sicher das Zitat von Reinhold Niebuhr:
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Und … ich befürchte fast … wenn Sie mit immer weniger SOLL unterwegs sind und das IST so sein darf, wie es halt gerade ist, dann wird es möglicherweise entspannter. Erwartungslos erkennen Sie mehr die Schönheit und Vollkommenheit des Jetzt. Notfalls … ja, das meine ich ernst, können Sie immer noch ein Soll formulieren …

 Ihr
Jürgen Weist

P.s. Wenn Sie das o.a. Muster aus Ihren Leben „gut“ kennen, dann empfehle ich Ihnen mal folgenden mentalen Purzelbaum. Wenden Sie den Ist-Soll-Vergleich doch einmal auf sich selbst an … macht interessante Lösungsknoten im Hirn …

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