Würdigung

Was das Leben fördert und was es verneint, beginnt beides in subtilen Vorformen. Es schleicht sich ein, es macht sich in Wiederholungen bei uns heimisch. Es ist fast immer eine Frage der Würdigung. Ich fragte mich darum: Würdige ich das Leben durch meine Achtsamkeit, oder vernachlässige ich es, weil ich unachtsam bin?

(Ulrich Schaffer, „In der Dichte des Lebens“)

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Wenn es schmerzt, ist es keine Liebe …

lautet ein Zitat des amerikanischen Psychologen Chuck Spezzano.

Worum geht es mir heute? Es geht um ein Kriterium (Wahrnehmungsfokus), das Ihnen im Alltag zeigt, wie es gerade um Ihren Umgang (mit sich selbst und anderen) bestellt ist.

Also ganz einfach gesagt, wenn sich in Ihrem Leben Konflikte, Schmerzen, Ängste, Probleme, Spannungen usw. zeigen, dann probieren Sie doch einmal Folgendes: Seien sie mit sich (ggf. dem anderen) behutsamer, zarter, weicher, nachgiebiger, feiner … und nehmen Sie wahr, was dann passiert. Das bezieht sich auf Ihre Wahrnehmung, Ihr Denken und Handeln. Wenn Ihnen nicht leicht fällt, dann kann es sein, dass Sie bemerken, dass sie a) an etwas festhalten bzw. b) etwas noch nicht loslassen können. Das ist meist das, was den so genannten „In-halt“ (das Wort passt doch gut, oder?) der Sache ausmacht.

Was ich nicht damit meine, dass Sie Ihre Position, sich selbst usw. aufgeben. Und für dieses Erfahrungsexperiment ist es egal bzw. gleichgültig, ob sie oder der andere an der entsprechenden Stelle sensibel sind. Es geht nicht um richtig und falsch – eher gemeint ist eine Qualität, um im entsprechenden Kontakt (prozessorientiert) fließender und beweglicher zu werden/ sein. Was zählt, ist das, was ist und nicht, was ggf. sein soll(te).

Also nutzen sie das o.a. Zitat gern diagnostisch u n d als Handlungsanleitung gleichzeitig. Natürlich kann es auch als ganz pragmatische Einladung zu mehr „Mit-Gefühl“ verstanden werden.

Wie immer plädiere ich am Ende für ein experimentelles Probieren. Werden sie zum Zeugen bzw. Geschworenen für die Sache. Bewegen Sie sich mal drei Tage so durch die Welt, dass sie möglichst wenig Schmerz verursachen bzw. vorhandenen Schmerz (auch solchen, der im Entstehen begriffen ist) lösen.

Gern erfahre ich wie immer, welche Erfahrungen Sie gemacht haben.

Herzlichst

Jürgen Weist

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Etwas erreichen …

Wie einige, die mich näher kennen, wissen, beschäftige ich mich gerade mit der Idee des Huna (Lehre aus Hawai – die dortigen Schamanen werden Kahunas genannt). Ich bin gerade dabei das Modell der Bewusstseinsebenen (im Huna: mittleres, niedriges und höheres Selbst) mit anderen Modellen und Aspekten anderer Schulen zu einem sinnhaften Ganzen zu verknüpfen.

Aus diesem Bereich möchte ich Ihnen heute einen kleinen Ausschnitt liefern und zwar einige Überlegungen zu dem Thema, was sind die Spielregeln, die Prinzipien, um etwas Bestimmtes zu erreichen. Ich habe da drei energetische Aspekte aus den Hunatipps extrahiert:

1. Aufmerksamkeit erzeugt Energiefluss.
Dort, wo Sie Ihre Aufmerksamkeit hinbewegen, da fließt auch Ihre Lebensenergie hin. Und zwar im Ausmaß Ihrer Konzentration. Dies gilt für innere (wie ich z.B. daran denke) als auch äußere Prozesse (wie ich z.B. handele). Hindernisse für Aufmerksamkeit oder Konzentration sind insbesondere zwei Aspekte, nämlich Zweifel und Furcht. Das führt mich zu Punkt 2:

2. Beseitigung der Hindernisse
Besagte Ängste und Zweifel mindern bzw. nehmen uns die Kraft (Energie) der Aufmerksamkeit. Das meiste, was uns gut von der Hand geht, passiert so, weil wir ohne Ängste und Zweifel sind.
Also prüfen Sie bitte, ob und wie Hindernisse sie beim Erreichen hindern.
Wie man hinderliche Kräfte in unterstützende verwandelt werden, dazu habe ich in vielen anderen Texten was ausgesagt bzw. dazu gibt es ja zuhauf Informationen.
Meist braucht es für diesen Punkt Qualitäten wie Geduld und Annahme.

3. Erhöhung der Energiefrequenz
Stellen Sie vor, sie schauen sich im TV einen Film an, der in Ihnen Ängste und Zweifel weckt. Dann (Sie schalten um) sehen Sie sich einen Film an, der Sie motiviert, begeistert und inspiriert. Wie wirkt sich was auf Ihren Zustand und das, was Sie erreichen wollen aus?

Also, was sind die Aspekte und Qualitäten, die Sie (Ihr Erleben) auf ein höheres Niveau bringen. Was können sie tun (z.B. welche Rahmenbedingungen verschaffen Ihnen ein höheres Energieniveau (Bewusstseinszustand)?

Fazit:
Okay, Sie werden zu Recht sagen, dass Ihnen das möglicherweise nicht wirklich neu ist. Und … werde ich dann fragen: Wie sehr und konsequent leben Sie das denn? Probieren Sie es doch nur mal für eine Woche. Gern zitiere ich Kästner hier noch einmal: „Es gibt nichts Gutes außer man tut es“ oder Johannes, der mal gesagt haben soll: Wenn ihr´s dies wisst – selig seid ihr, wenn ihr´s tut.

In diesem Sinne freudiges Probieren … gern erfahre ich Ihre Ergebnisse.

Herzlichst

Jürgen Weist

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Innere Haltung

Geistige und emotionale Einstellungen können den Fluss von Lebensenergie in uns behindern und auch begünstigen. Behindernde Haltungen zeigen sich im Alltag durch Aspekte wie Stress und in dessen Folge in z.B. körperlichen Verspannungen und auf organischer Ebene u.a. durch Erkrankungen.

Nicht wirklich was Neues, oder? Nur inwieweit nutzen Sie solche Hinweise in Ihrem Alltag ganz konkret und gehen ihnen auf den Grund?

Heute möchte ich Ihnen zwei Ideen aus meinem Alltag anbieten, die sich (zumindestens bei mir) als ganz wirksam erwiesen haben:

1. Schritt: „es“ sein lassen … (leidenschaftsloses Anerkennen, was ist).
(Beispiel: da ist jemand, der sich als zu gestresst erlebt. Er nimmt in Schritt eins erst einmal wahr, was wie wann genau, ohne es verändern zu wollen … vielleicht 1-2 Wochen).
Nutzen Sie diese Phase zur Absolution (lat.: Freisetzung). Gehen sie erst zu Schritt zwei über, wenn sie (mit dem, was ist) Ihren Frieden gemacht haben.

2. Schritt: Die Haltung verändern: formulieren Sie Ihre gefühlten Ziele und kreieren Sie daraus eine Art Mantra. (weiter im Beispiel: ruhiger, entspannter, mehr bei mir … [die vergleichende Form ist hier wichtig). Immer, wenn sich diese Person gestresst fühlt, kann sie ihrem Unterbewusstsein die Richtung weisen. Es macht Sinn, wenn das Mantra (die Art und Weise, wie es genutzt wird) die gewünschten Qualitäten schon beinhaltet).

3. Schritt: Auf dem Weg des Wandels, der Veränderung können Sie sich dann immer noch einmal gegenüber den dualen Qualitäten (dem Gegenteiligen) verbeugen (nicht nur sinngemäß – Sie können das als Gebärdenübung ganz real mal probieren) und ihnen Ihren Respekt bezeugen (im Beispiel: Gegenteile von ruhiger, entspannter, mehr bei mir …z.B.: aufgeregt, angespannt und außer mir…). In der Regel bewirkt dies eine tiefe Versöhnung … im Körper spürbar und erleichtert die Bewegung in Richtung des Gewünschten.

Als Auswirkung einer solchen Übung werden sie sich (nach meinen Erfahrungen) nicht nur in spezieller Hinsicht verändern, sondern sich auch generell wandeln. Körperlich ernten Sie meist mehr Wohlgefühl. Ruhe und Entspannung kehren (als Hinweise auf veränderte Haltung) ein … wie sage ich so gern: ganz einfach und (nicht) leicht.

Anmerkung: Zusätzlich auf der körperlichen Ebene ist es eigentlich egal, ob Sie sich in Sachen Verspannungen je nach Vorliebe wärmende Cremes, Umschläge, Massagen usw. gönnen. Da geht es um Aufmerksamkeit, sprich ob Sie mit einfühlendem Bewusstsein die verspannten Körperteile zurück in die entspannte Lebendigkeit holen. Ich experimentiere gerade mit einer Strategie aus dem Qi-Gong. Da stellt mich sich die Verspannung als Eis vor, das man in der Vorstellung (zu Wasser) verflüssigt und dann in der Folge verdampft. Wie auch immer, die Idee ist, sich in den Verspannungen loszulassen …

Wie immer … können sie mir gern Ihre Fragen, Ideen und Anregungen zukommen lassen.

Herzlichst

Jürgen Weist

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Ist Angst ein guter Ratgeber?

Ich habe in der ersten Woche dieses Jahres mit einigen Menschen über einen Themenkomplex gesprochen, der mich in einem Reifeaspekt selbst ein Stück weiter gebracht hat. Dieses „Weiter“ möchte ich gern mit Ihnen teilen. Worum geht es?

Ich beginne mal mit einer Frage, die ich per Mail erhalten habe:

Wie verträgt sich das „Leben im Hier und jetzt“ mit solchen Aktivitäten wie Projekt- und Prozessmanagement? Diese Tätigkeiten sind auf Planung ausgelegt. Sie beschäftigen sich mit den Endprodukten und den (strategischen) Wegen dahin. D.h. als Projektmanager schaue punktuell in die Vergangenheit, um zu lernen; aber bestimme auch den Weg in die Zukunft und führe Status quo abfragen durch, um das Ziel (Zukunft) zu erreichen. Irgendwie habe ich das Gefühl, das verträgt sich nicht mit dem „Sein im Jetzt“ …

Oder jemand anderer beschrieb mir seine Situation wie auf einem Golfplatz: ich brauche, so sagte diese Person, die Orientierung auf dem Platz. Da sind so viele Fahnen und ich finde alle irgendwie interessant. Ich verzettele mich dann oft zwischen den Fahnen und am Ende habe ich nicht wirklich was erreicht. (Zitat Ende).

Worum geht es in diesem Text? Vielleicht um eine ungewöhnliche Antwort auf die Frage, wie gehe ich welchen Weg in meinem Leben? Wie treffe ich im Einzelfall meine Wahl? Wie gehe ich mit Situationen um, in denen ich scheinbar etwas ausschließen muss (Angst habe)?

Einem guten Freund von mir ist gerade so ergangen. Er hat mit Menschen zusammengearbeitet, die in ihrer Entwicklung ziemlich fortgeschritten sind (schienen), aber in einer „engen“ Situation doch ziemlich normal (mit Druck usw.) reagiert haben. Alles total verständlich …

Ich möchte Ihnen heute dazu eine Anregung liefern. Wie wäre es, wenn nicht (nur) externe Informationen eine Rolle spielen würden, sondern Sie hätten sowas wie eine Wahrnehmung, die externe und interne Informationen umfasst? Wie oft meinen Menschen, wenn Sie genug Informationen hätten, dann wären sie in der Lage gute Entscheidungen zu treffen. Das ist natürlich keinesfalls falsch, aber auf keinen Fall richtig. Es ist einfach meiner Meinung Ausdruck eines bestimmten Bewusstseinszustandes.

Also … ich möchte Sie bitten, einmal folgende Idee in Ihrem Alltag einer Überprüfung zu unterziehen: Stellen Sie sich einfach einmal vor, jeder Moment, jede Situation besäße so etwas wie eine ihr eingefaltete Information (was z. B jetzt not-wendig ist). Und Sie wären in der Lage Ihr Ohr an die leise Stimme der Situation zu legen und diese wahrzunehmen und natürlich besitzen Sie den Mut (ohne erkennbare äußere Anzeichen) dieser Stimme zu folgen.

Probieren Sie es doch mal bei einfachen Dingen. Vielleicht nicht gleich bei Ihren Börsengeschäften. Nutzen Sie Ihren kognitiven Verstand, um gute Fragen zu stellen:
a) Soll ich diese Person kennen lernen?
b) Was soll ich jetzt genau tun?
c) Was wäre jetzt genau das Richtige? usw.

Und … natürlich setzt das eine innere Bereitschaft, ja Achtsamkeit oder Leere (Nichtwissen) voraus. Je weniger jemand „da ist“, der etwas Bestimmtes will, desto mehr kann man zum Medium der Situation werden und ihre innewohnende Intelligenz und Kraft nutzen.

Klingt ungewöhnlich, oder? Probieren Sie es einfach aus …

Enden möchte ich heute mit einem Zitat von Ulrich Schaffer:

„Höre auf die versteckten Botschaften, die du dir zuflüsterst. Meistens geht es um etwas anders als das, worum es zu gehen scheint.“

Herzlichst

Jürgen Weist

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