Wo keine Angst ist, ist da Raum für Liebe?

Zwei, ja eher mehr Gespräche mit lieben Menschen in der letzten Woche haben mich mit der o.a. Aussage noch einmal in Kontakt gebracht. Es ging um Themen, wie: Kann ich meine Gefühle anderen gegenüber offen und freimütig äußern, stelle ich mein Verhalten darauf ab, dass Beziehungen auf jeden Fall erhalten bleiben müssen (ich liebenswert sein muss) und vieles andere mehr …

Ich habe als (Arbeits-)Fantasie aus diesen Gesprächen (ganz subjektiv) mitgenommen, dass wenn (auch noch so unterschwellig) Angst in bestimmten Räumen unseres Lebens mitschwingt, wir unfrei werden, wir selbst zu sein und dann beginnt die Spirale von Selbstverleugnung, Abwesenheit usw. mit den bekannten Auswirkungen.

Klingt doch erst einmal banal, oder? Fallen Ihnen Beispiele aus Ihrem Leben ein?
Halten Sie doch einmal Ausschau nach Situationen, in denen:

Sie sich auf merkwürdige Weise unwohl fühlen. Sie emotional betroffen/ bewegt sind
Sie eher etwas anders erledigen. Also eher vermeidendes Verhalten zeigen.
Sie sich nicht frei (und friedvoll) fühlen. Sie intensiv an Dingen oder Zielen festhalten. Sie Angst ganz direkt wahrnehmen.

(Ge)fällt Ihnen etwas ein …?
Gehen Sie in diesen Situationen liebevoll mit sich um? Das ist Frage und Aufforderung zugleich! Was würde sich (wie) in Ihrem Leben ändern, wenn Sie in diesen Situationen ganz frei wahrnehmen und (nicht) reagieren würden? Vielleicht sogar, andere so lassen könnten, wie sie sind (was für mich liebevolle Annahme ist)?

An dieser Stelle lade ich Sie ein, mir Ihren Kommentar und /oder Ihre Frage (am besten als Mail unter weist@conzendo) zuzusenden.
Ich freue mich darauf.

Herzlichst

Jürgen Weist

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Anders sein (dürfen) …

Vor einiger Zeit erlebte ich mich in einer Situation (einem Familienritual) seltsam distanziert von einem Teil der Teilnehmer. Ich konnte ihr Verhalten wahrnehmen und auch akzeptieren, stellte jedoch fest, als sie versuchten mich mit einzubinden: „Komm doch Jürgen, sei doch auch mal X, nie bist du Y, immer Z.“, reagierte ich ziemlich geladen, was für mich immer der Hinweis auf Potenzial ist.

Also, was zum Teufel war/ist die Quelle dieser Ladung, fragte ich mich. Was genau hinderte mich daran, mit der Situation ganz (innen und außen) entspannt und friedvoll umzugehen.

Einen Aspekt, wie ich damit umgehe, möchte ich Ihnen heute vorstellen. Es ist die eigene Erlaubnis (anders) sein zu dürfen, sich selbst zutiefst anzunehmen und im Moment des Geschehens so sein zu dürfen, wie man gerade ist.

Dies ist kein Plädoyer für Mimosenhaftigkeit oder verletzenden Egoismus. Es ist der Versuch, gerade dann, wenn es „dran“ ist, in eine (innere) Haltung zu kommen, die sowohl das Sein des anderen und das eigene Sosein integrativ einbettet. Innerlich ja zum anderen und sich zu sagen (als tief empfundenes Gefühl) und auf der inhaltlichen Ebene des Handels nein zum Angebot des anderen („sei doch mal X“). Es entsteht dann ein liebevolles, respektvolles (mit Ja gefülltes)“Nein“.

Einfach? Nein, aber leicht! Sie kennen ja meinen Standardtipp: Probieren Sie es einfach aus und als vorbeugende Maßnahme empfehle ich Ihnen, sozusagen vorbeugend immer schon mal in kleinen alltäglichen Sachen ja zu sich zu sagen.

In diesem Sinne

Herzlichst

Jürgen Weist

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Dem Leben Sinn geben …

Jemand stellte mir einmal die Frage: „Wie kann ich meinem Leben mehr Sinn geben?“
Ich habe seinerzeit sinngemäß geantwortet: „Fang jetzt damit an, in diesem Augenblick!“
Ich habe dann die Person gefragt, was sie jetzt müsse, damit sie ein tiefes befriedigendes Gefühl durch ihr Handeln erzeugen würde.

Viktor Frankl (den ich hier schon oft zitiert habe) hat von der noogenen Neurose gesprochen, wenn Menschen beginnen, an einem sinnentleerten Leben zu leiden. Manchmal glaube ich, wenn wir etwas haben, dem wir zutiefst von Herzen widmen (einer Sache, einem anderen Menschen), dann würde unsere Vitalität lebensnah zum Einsatz gebracht und dies hätte dann einen entsprechend gesunden Effekt auf uns. Statt dessen beschäftigen wir uns ständig mit uns selbst und den Auswirkungen des Lebens auf uns. Die Japaner sagen nicht umsonst: E s ist das Ki, das Ki blockiert …

Klingt naiv und banal? Probieren Sie es aus!

Manchmal stelle ich in Beratungen folgende (zugegeben etwas verwirrende) Frage, um Menschen ein wenig aus der personalen Verstrickung herauszulocken:

„Stell dir einmal vor, deine Existenz, wäre die Antwort des Lebens auf eine Frage (des Lebens). Welche Frage wäre das?

Oder anders gesagt: Folgender Satz ging mir vorgestern durch den Kopf: Bedürfnisse sind es, die Wert verleihen. Also welche Talente (war übrigens mal die Bezeichnung für ein Geldstück) von Ihnen werden gebraucht (und werden damit wertvoll) warten darauf geweckt und zum Wohle des Lebens eingesetzt zu werden).

Sie sehen, ich bin eher kein Nihilist (Menschen, die glauben, alles wäre ohne Sinn). Und selbst wenn, wir können durch ein Handeln in Haltung unserem Leben Sinn geben, ja Sinn stiften …

Und noch ein Tipp: Manchmal ist die Antwort gar nicht so wichtig. Stellen Sie sich einfach immer wieder die Frage. Und achten beizeiten darauf, was sich ändert … früher oder später.

Enden möchte ich heute mit einem Zitat von Mahatma Ghandi:

Mann kann nur dann sagen, man hätte ein Ideal, wenn man alles daransetzt, es zu verwirklichen.

In diesem Sinne.

Herzlichst

Jürgen Weist

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Das wirkliche Wirkliche leben …

Heute mal ein PRINZipielles vielLEICHT.

Es geht um die Frage: wozu sollten wir unseren reflektiven Verstand nutzen? MöglicherWEISE liegt die Antwort schon in der Frage verborgen. Zum Reflektieren ???

Keine Ahnung, wie es wirklich ist, aber aus meiner Subjektivität würde ich gern diese Empfehlung machen. Was genau bedeutet das?

Das bedeutet, dass wir es wahrnehmen, wie es ist (möglichst)! Nicht, wie es gerade sein sollte oder ggf. gerade nicht ist. All dies mit dem möglichen Ziel, uns die Intelligenz des Augenblicks zu erschließen.

Es geht also um die Haltung, in der ich da bin. Schon deshalb, weil die Haltung die Art von Quelle ist, aus der die Ergebnisse meines Handelns entstehen.
Das Wie beeinflusst immer auch das WAS. Sprich, wie viel Freude/ Lust oder Ablehnung ich ihn mein Handeln fließen lasse, es wird sich aufs Ergebnis auswirken. Oder anders gesagt, sie Haltung drückt sich qualitativ im Ergebnis aus.

Man könnte auch behaupten, die Beziehung (Struktur) geht vor Inhalt (Funktion).

Ich sprach oben schon von der Intelligenz des Augenblicks. Was meine ich damit? Dahinter verbirgt sich die Idee, dass angemessenes Verhandeln relativ zur Situation ist. Etwas, was in der einen Situation „richtig“ ist – ist es in der nächsten nicht mehr!

Und was angemessen ist, ergibt sich aus der Situation selbst – wenn wir in der Lage sind, es wahrzunehmen. Dazu braucht es ein wirkliches DA-Sein (natürlich immer nur so gut es gerade geht – wer kann schon mehr als sein Bestes geben …).

Damit ist nicht Rapport (kommunikativer Art) gemeint. Das ist nichts Technisches, was aufgebaut werden müsste, es ist grundlegend DA. Mit Gefühl präsent da sein …

Und wenn es so (noch) nicht klappt: Dann suchen sie nach der Entsprechung in sich selbst. Was genau (in mir) macht die Situation genau dazu. Das ist funktionale Integration …

Und so ist Arbeit an der eigenen Haltung auch immer Arbeit an der Qualität, wie ich „es“ erfahre …

Oder anders gesagt: das Leben hat immer recht …

Herzlichst

Jürgen Weist

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Beweglichkeit

In einem Coaching in der letzten Woche und bei meinem Aikidotraining am Freitag ging (es mir) um Kontakt. Das Wort Kontakt bedeutet etymologisch „berührt werden“ und „berühren“ gleichzeitig (temporär und inhaltlich). Und … dieser Artikel vertieft das Thema der letzten Woche.

Ich bin nicht sicher, ob ich das, was mir im Moment wichtig erscheint, überhaupt durch Worte (Schrift) vermittelbar ist, aber ich will es einmal probieren. Denn, wie hat mal jemand treffend formuliert: „Über Sprache können wir nur das wiederbeleben, was als Erfahrung in uns ist.“
Beim Coaching mache ich manchmal zum Thema „Stabilität“ und innere Haltung eine kleine und einfache Übung mit meinen Coachees. Ich stelle mich hinter sie und fasse seitlich mit meinen Händen an ihre Oberarme bzw. vorn auf die Schlüsselbeine. Dabei ist der Kontakt konkret fühlbar, ohne das ich in eine bestimmte Richtung manipuliere.

Was dann oft entsteht, ist: Wenn ich dem Körper von außen Halt vermittle, dann kommt oft ein Punkt oder Moment, wo der andere innerlich nachgibt und in Richtung meines Körpers schwankt bzw. fällt. Ganz leicht, aber spürbar verliert der andere seine Balance. Je feiner man dieses Spiel treibt, um so eher funktioniert es, da die Feinheit des Kontaktes den anderen eher beispielhaft (und unbewusst) zur Entspannung einlädt.

Meine These: Der Körper des anderen wird beweglich bzw. fällt, weil ich ihm Halt und Stütze vermittele. Wenn ich dann selbst relativ durchlässig bin, kann ich das Gesamtsystem (meinen Körper und den des anderen) in Richtung der Schwerkraft (nach unten) nachgebend bewegen bzw. führen. Zweite These: Der andere verliert für diesen Moment seine Mitte, Stabilität, seine Balance oder wie immer man es nennt. Raum für (neue) Bewegung entsteht.

Claro ???? Probieren Sie es einmal aus?

Jetzt könnte man lange über die Ursachen sprechen. Mir fallen da einfach die folgenden Stichworte ein: Schwerpunkt, (Ver)Spannung, Gefühl für eigene Mitte. Geerdetsein, den eigenen Körper spüren usw.

Ich möchte heute jedoch mehr mit dem Effekt bzw. der Auswirkung spielen. Und jetzt: was (ge)fällt Ihnen ein, wenn Sie diese Funktion übertragen, z:B:

Ihr Körpergefühl?
Ihre Eigenbeziehung?
Ihre Fremdbeziehungen?
Ihre (interne) Kommunikation?
Ihr derzeitiges Thema, eine Frage, die Sie haben usw.?

Ich hoffe, das Thema ist nicht zu speziell. Probieren Sie es einmal aus. Es ist eine überaus gefühlvolle Erfahrung. Gern höre ich von Ihren Erfahrungen.
Falls es nicht gleich klappt: Nicht die Ohren hängen lassen, es braucht vielleicht ein wenig Übung, aber das Wissen steckt bereits in Ihnen.

Herzlichst

Jürgen Weist.

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