Verstümmelte Seele, behinderte Wesen …

In den letzten Tagen erlaubten es mir die Umstände, in Hamburg fast zwei Stunden im Auto vor dem Ausgang eines S-Bahnhofes zu stehen. Ich betrachte die Menschen, die da in Richtung Bahn gingen bzw. aus ihr kamen. Ich konnte wahrnehmen, wie einige sich beeilten, andere eher langsam waren.  Ganz viele von Ihnen waren ziemlich angespannt, für mich an der Körperhaltung und teilweise wirklich an ihrer Bewegung erkennbar. Wie sie ihre Körper durch den Raum wuchteten, schleppten, zogen, drücken … wanken. Betrunkene und auch Nüchterne. 
Es beschlich mich beim Zuschauen immer mehr eine Traurigkeit, die dann in dem Gedanken gipfelte: „Mein Gott., das sind ja verstümmelte Seelen“. 

Wir werden alle als Prinzessinnen und Prinzen geboren und das Leben macht uns zu Fröschen … Was meinen Sie? 

Wo wir beim Thema Frösche sind … Letzens hörte ich mich im Seminar sagen: Als der Frosch seine Froschartigkeit erkannte, verlor die goldene Kugel für ihn abrupt ihren Wert. Keine Ahnung, was ich damit sagen wollte … 

Oder doch? Na jedenfalls möchte ich Sie auffordern, sich ihrer eigenen Bewegung, Ihren Rhythmus, Ihrer Schönheit oder wie immer Sie das für sich nennen, zu widmen. Den Schatz, den sie in sich tragen … 
Vielleicht muss ja der Frosch bereit sein, sich küssen zu lassen und erkennt dann urplötzlich , dass er bzw. sie schon immer Prinz(essin) war. 

In diesem metaphorischen Sinne. 

Herzlichst 

Jürgen Weist 

P.s. der nächste Beitrag erwartet Sie um den 12/13. April. Ich werde eine Zeit in Ostasien und auch sonst unterwegs sein. Halten Sie mir und vor allem sich die Treue. 

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