Kann Angst Ausdruck lebendiger Sensibilität sein?

Heute hörte ich mich sagen, dass ich anlässlich einer „Krise“, die ich – als ich sie erlebte – ziemlich belastend fand, ein Stück meiner Seele zurückgewonnen habe. Das ist mir aber erst viel viel später so klar aufgegangen. In meinen Seminaren spreche ich oft davon, dass es die Sensiblen sind, die an der Welt leiden …

Was meine ich damit? Ich meine damit, dass es im  Alltag unbedingt mehr sensitive Menschen braucht, auch wenn es manchmal so scheint, als würden die Unsensiblen (für Kenner: Die mit den dissoziativen Störungen) besser zurecht kommen. Das stimmt so aber eben auch nicht. Schauen Sie da mal genau hin … hinter die Kulissen.

Was bleibt ist, jedenfalls in meinem Leben, dass ich lernen darf, mit jedem Jota zurückgewonnener Sensibilität (und für mich hat sensibel sein ganz viel mit Seele zu tun) im Alltag einen Umgang zu finden. Das ist wahrhaftig nicht immer einfach und doch möchte ich kein Stück meiner Seelenbewegtheit missen. Seele oder die damit verbundene Sensivität ist es, die meinem Leben Tiefe gibt, ich fühle, was ich sage und tue immer mehr… und ich habe aus meiner Erfahrung heraus total Lust, andere Menschen genau in dieser Richtung zu ermutigen. Letztlich geht es dabei um ein Leben aus der Fülle des eigenen Wesens heraus. Diesen Satz habe  ich von Carlfried Graf Dürckheim übernommen.

Und dann … fühlt sich  jede neue auftauchende Angst immer noch eng an,  a b e r sie ist dann auch gleichzeitig ein deutlicher Hinweis auf noch mehr wieder lebendig gewordene Sensibilität.

In diesem pragmatischen Sinne.

Herzlichst

Ihr

Jürgen Weist

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