Beseeltes Menschsein …

Ich habe vor kurzer Zeit im Conzendo-Newsletter einen Artikel über Alexithymie (Gefühlsblindheit) veröffentlicht. Im deutschsprachigen Raum, so Untersuchungen, sind immerhin bis zu zehn Millionen Menschen davon betroffen … Wahnsinn, oder?

Gefühlt möchte ich das Thema heute noch ein wenig tiefer beleuchten … worum geht es da(hin)? Wahrscheinlich gibt es viele Gründe für diese „Verhärtung“, diesen Rückzug ins Kopfige. Alltagssprache spricht von Hartherzigkeit. Etwas hat sich da zurückgezogen, hat „zu“ gemacht, vielleicht durch Enttäuschung, vielleicht durch Schmerz… dieses besondere, lebendige Einfühlungsvermögen, das wir als Kinder alle noch hatten. Als Kind spüren wir genau, was im Inneren eines anderen vorgeht. Das Kind spürt mit der Mutter … weiß auch ohne Worte, wie es ihr geht. Bin ich von dieser Bindungsfähigkeit (Bonding) getrennt … dann kann ich andere und die Wirklichkeit nicht mehr spüren (oder nur entsprechend grob). Eine Folge: Ich habe dann meist nur noch meine Überzeugungen zum Festhalten. Da ist nichts sonst mehr, was mir Orientierung gibt.

Richtungswechsel …

In der Bibel ist davon die Rede, dass wir werden müssten w i e die Kinder, um ins Paradies zu gelangen. Vielleicht passt das irgendwie zusammen, was meinen Sie?

Manchmal in tiefer Freundschaft oder wenn wir verliebt sind, da öffnet sich „das“ wieder (für einen Moment). In Märchen oder besonderen Geschichten spricht man manchmal davon … Worte für „das“ sind:

  • Seelengefühl
  • Unschuld
  • Offenes Herz
  • Unbelastete Seele
  • Reinheit
  • Herzensgeist  usw.

Wenn „das“ zubleibt, dann fühle ich mich verloren … wenn es sich öffnet, dann fühle ich mich zutiefst verbunden (zugehörig).

Meine Empfehlung: Suchen Sie sich Menschen, Bedingungen, Situationen, die Sie darin unterstützen, dass dieses Gefühl sich (wieder) öffnet, wo sie Anerkennung im umfassenderen Sinne und tiefe Inspiration erfahren, wo man Ihnen im besten Sinne nahe geht …

In diesem Sinne
Herzlichst
Ihr
Jürgen Weist

P.s. Da fällt mir sinngemäß ein Satz aus dem Film Peaceful Warrior ein: „(…) und wenn Du „das“ wieder hast, dann wirst du dich wundern, wozu du in der Lage bist und wie leicht es sein wird (…).“

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