Sich (nicht) gut tun …?

In der Ausgabe der Hamburger Morgenpost vom 29.4.08 gab es einen Artikel  mit dem Hinweis, dass eine nordische Möbelfirma („ Lebst du noch … oder wohnst du schon“) ihre Mitarbeiter systematisch so überfordert, dass Krankheit die logische Folge ist …

Auf meiner Reise in Spanien habe ich mir im TV einmal deutsche Nachrichten angesehen, in denen davon berichtet wurde, dass der Krankenstand bei uns einerseits gesunken sei – aber andererseits Depressionen wegen Überforderung enorm anwüchsen (Heute Journal).

Da passiert doch was, oder? Etwas, dass nicht nur krankmacht, sondern bereits krank ist …, oder?

Auf dem Rückflug las ich im Flieger den Stern Nr. 18 (vom 24.4.08). Auf Seite 15 findet man Leserbriefe zu einem Artikel in der Ausgabe vorher. Dort ging es wohl inhaltich um sich eine „Auszeit“ nehmen (Stichwort Sabbatical). Ich zitiere jetzt einige Sätze aus den sechs Leserbriefen:

„Ich habe mit der Zeit erkannt, dass es nicht das Wichtigste ist, seine Bestätigung darin zu finden, nur zu arbeiten, zu funktionieren (…).“

„Beim Lesen drängte sich mir von Aussteiger zu Aussteiger ein zunehmend unangenehmes Gefühl auf. Alle scheinen gut situierte und gelangweilte Menschen zu sein. (…).“

„Wir haben unbezahlten Urlaub genommen und sind acht Monate um die Welt gereist (…) Nach 26 Jahren im öffentlichen Dienst habe ich gekündigt und mich selbständig gemacht, und meine Partnerin hat ihre Arbeitszeit reduziert.“

„Schön zu lesen ist er, Ihr Beitrag über das Sabbatical. Aber haben Sie sich auch mal gefragt, wie frustrierend es für die Menschen sein muss, dies zu lesen, wenn sie im normalen Leben noch nicht einmal wisssen, wie sie finanziell über die Runden kommen sollen?“

Die Zahl der Rentner immt ständig zu. Und nun erfahre ich aus dem Stern, dass unter den Berufstätigen bereits 34jährige am Limit sind und eine Auszeit brauchen.
Ja, prost Mahlzeit (…).“

(…) Und mit 35 oder früher ausgebrannnt zu sein bedeutet heute – und früher ebenfalls: Für diesen Job ungeeignet“.

Na, alles klar. Was wird da für Sie deutlich? Was fehlt da?
Für mich: es gibt immer mehr Dinge, die mich den Kopf schütteln lassen …
Tun sie sich gut … und damit haben schon die meisten von uns ihre Themen, weil wir zuviel von diesen „Müssen- Botschaften“ in uns aufgenommen haben. Spüren Sie, was und wer Ihnen gut tut. Können Sie es aktuell nicht ändern, dann vielleicht auf Zeit.

Achten Sie auf sich.

Darauf zu warten, dass es die anderen tun, scheint nicht immer realistisch zu sein.
Heute mal ein sehr nachdenklicher
Jürgen Weist

*1 Kommentar

One Response to “Sich (nicht) gut tun …?”

  1. Mai 6th, 2008 | 10:00

    lieber Jürgen ja, das ist alles wahr und stimmt mich auch nachdenklich.. und ich lasse erstmal meine Schultern sinken :-) Das ist der erste Schritt fürs GutTun. Was wird deutlicch? zT sehr ungesunde Enticklungen. Was fehlt? m.E. Die richtige Balance zwischen Müssen und Dürfen. Und immer mehr dürfen + tun was ich wirklich will.
    Zeit nehmen, genau das herauszufinden, was ich im Moment brauche.
    Mut, den Weg der Heilung weiterzugehen. Als ich vorhin das Bild vom Mallorca Coaching anschaute und die feedbacks kam ich schwerlich zurück an meine Arbeit.. nun arbeite ich weiter, aber anders :-))
    herzliche Grüsse, Renate

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