Das Unbekannte erwarten …

Der amerikanische Psychologe Don Beck, der mit seinem Team die Idee der sogenannten „Sprial Dynamics“ weiterentwickelt hat, geht davon aus, dass Menschen, Gruppen und Organistionen (etwas vereinfacht) insbesondere in bezug auf Veränderungen drei verschiedene Zustände aufweisen:

 

a)      Offen sein

b)      Blockiert sein

c)      Geschlossen sein

 

Dabei geht er davon aus, dass „Blockiert sein“ der Normalzustand ist. Wenn wir einmal so tun, als habe er recht, was ist es dann, was uns blockiert sein lässt?

 

Die meisten Menschen (Sie und ich natürlich ausgenommen) schätzen es eher nicht, wenn sie im Alltag die Kontrolle verlieren. Kontrolle verlieren heißt auch, dem Unbekannten ins Auge sehen zu müssen in einer Welt, die so gründlich geregelt ist, dass Unbekanntes fast immer mit (Verlust)Angst erlebt wird.

 

Wie wäre es denn, wenn Sie – nur für kurze Zeit – einmal die Tür der Kontrolle, des Sicherstellens, nur einen Spalt weit öffnen … für Unbekanntes oder anders gesagt für die Ergebnisse tieferer Erfahrung .

 

Fragen:

Wie würden Sie wissen, wann Sie sich „öffnen“?

Was macht es mit Ihnen, wenn Sie Ihre Wahrnehmung auf Unbekanntes ausrichten?

Was hat das Thema mit dem Thema „Krisen“ zu tun?

Welche Angst zeigt sich bei Ihnen?

 

Das Gute ist, es geht dabei um gar nichts, nur um lebendige Erfahrung …

 

Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

 

Herzlichst

 

Jürgen Weist

*1 Kommentar

One Response to “Das Unbekannte erwarten …”

  1. Friederike
    November 3rd, 2008 | 20:30

    Lieber Jürgen,
    Ja…das ist wirklich ein sehr interessantes Thema, das du hier ansprichst.
    Ich mache seit einiger Zeit den Versuch, mich mehr zu öffnen…und stelle fest, dass es gar nicht so einfach ist.
    Es gelingt mir am schnellsten, wenn ich mich in einer Situatuion in irgendeiner Weise überlegen fühle, dass heißt…ich weiß irgendwo tief in mir drin, dass von meinem Gegenüber keine Gefahr für mich ausgeht. Oder anders ausgedrückt…ich räume diesem Gegenüber nicht die Macht ein, mich zu verletzen.
    Nun habe ich in diesen Situationen des mich Öffnens die Erfahrung gemacht, dass es sich herrlich lebendig anfühlt, wenn ich mich für die innere Berührung durch einen anderen Menschen wirklich öffne.
    Das hat mir Mut gemacht, es auch in anderen Situationen zu versuchen. Um das zu schaffen, habe ich mir allerdings ein wenig Hilfe von Außen gesucht und diese auch gefunden.
    Zu meinen Erfahrungen:
    Ich bin im Kontakt mehr da, wenn ich mich öffne. Ich schaffe es dann auf wundersame Weise eine körperlich spürbare Empathie zu empfinden, die mir hilft, mit meinem Gegenüber auf ganz neue Weise in Kontakt zu gehen.Es fühlt sich so ähnlich an wie ein Mitschwingen…
    Die Frage, was das mit Krisen zu tun hat, kann ich nicht wirklich beantworten. Ich habe nur so etwas wie eine Ahnung, dass das, was Krisen in uns auslöst sehr viel damit zu tun hat, dass wir an etwas zu sehr festhalten, was gehen will…oder sich verändern.
    Das bedeutet, dass wir im geschlosenen Zustand wahrscheinlich am anfälligsten für Krisen sind, weil wir in diesem den unbeweglichsten Status haben.
    Und Angst?
    Ja, es macht ein wenig Angst, sich im Kontakt wirklich zu öffnen, weil die Gefahr besteht, dass wir dann am verletzlichsten sind.
    Nach meiner Erfahrung in der letzen Zeit bin ich mir da aber nicht mehr so sicher, ob das wirklich stimmt.
    Ich fühle mich im offenen Zustand so lebendig, dass er mich eher stärkt als schwächt.

    In diesem Sinne wünsche ich uns die Fähigkeit zu noch vielen offenen Erfahrungen

    Friederike

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